Erweiterung Einfamilienhaus zu Mehrgenerationenhaus

In der Dorfzone von Tägerig ist ein kleiner, aber bemerkenswert präziser Eingriff entstanden: ein eingeschossiger Anbau mit Giebeldach, der sich als eigenständiger Wohnsitz für ein älteres Ehepaar versteht und zugleich als Weiterentwicklung eines Hauses, das über Generationen hinweg mitwächst.

Der Neubau wurde im Holzelementbau realisiert. Die Konstruktion erlaubt nicht nur eine kurze Bauzeit und hohe Ausführungsqualität, sondern passt auch zum Charakter des Ortes: Holz als zeitgemässes, regional verankertes Material, das Wärme ausstrahlt, ohne laut zu werden. Aussen fasst eine vertikale Holzfassade das Volumen ruhig zusammen und verleiht dem Anbau jene Eleganz, die sich im Dorfkontext nicht aufdrängt, sondern einfügt.

Dass das Projekt in einzelnen Punkten von den Vorgaben der Dorfzone abweicht, war Teil der planerischen Realität und wurde fachmännisch gelöst: Ein unabhängiger Fachgutachter prüfte die städtebauliche Verträglichkeit und gab die Ausführung frei. So entstand eine Architektur die einerseits die Regeln und den Kontext ernst nimmt, andererseits genau dort Freiraum nutzt, wo er dem Wohnen und der Lebensqualität dient.

Das räumliche Konzept folgt einer klaren Idee: Im bestehenden Haus ist die Tochter mit ihrer Familie eingezogen; die Eltern beziehen den neuen, barrierearmen Anbau als eigenständige Wohneinheit für ihren nächsten Lebensabschnitt. Die Nähe bleibt, ohne Enge. Der Alltag gewinnt an Leichtigkeit: kurze Wege, gegenseitige Unterstützung, spontane Begegnungen. Für die Enkelkinder sind die Grosseltern greifbar, für die Grosseltern bleibt das Familienleben ein aktivierender Bestandteil des Tages.

So wird aus einem Anbau mehr als zusätzlicher Wohnraum: Er wird zum baulichen Ausdruck eines Generationenmodells, das heute wieder an Bedeutung gewinnt. Ideal für alle, weil Architektur hier nicht nur Form, sondern Beziehung schafft.